Häufige Fragen
Grundlagen
Was ist Said & Heard?
Said & Heard ist eine kostenlose App, die die Familie durch einen gemeinsamen täglichen Moment führt. Jedes Familienmitglied, auch der Erwachsene, sagt laut, was am Tag gut lief und wie es sich gerade fühlt. Dazu gibt es eine leichte Morgen- und Abendroutine namens Wichtige Dinge.
Wer hat die App entwickelt?
Said & Heard beruht auf einer Übung, die eine Mutter mit ihren eigenen Kindern entwickelt hat. Die Entwicklerin ist eine Betroffene: Sie hat selbst Partnerschaftsgewalt erlebt und überstanden. Die Übung entstand 2022 aus einem realen Bedarf, weil keine passende niedrigschwellige Unterstützung verfügbar war. In Finnland kann Hilfe für ein Kind zudem die Zustimmung beider Sorgeberechtigten erfordern, was für viele Familien ein reales Hindernis ist. Die Übung ist seitdem in der Familie im Einsatz und wird von einer multidisziplinären Forschungsbasis gestützt.
Nutzt die App KI?
Nein. Alle Inhalte sind von einem Menschen verfasst, und nichts wird an eine KI übermittelt. Die Übung ist gerade menschliche Interaktion von Angesicht zu Angesicht, die die App nur taktet.
Für wen ist sie gedacht?
In erster Linie für Familien mit Kindern, in denen ein Elternteil die emotionalen Fähigkeiten und die Verbindung stärken möchte. Besonders wertvoll ist sie für Familien, die Sicherheitsgefühl und Verbindung wieder aufbauen. Ein Erwachsener kann sie auch allein als Abendreflexion nutzen.
Was kostet die App?
Said & Heard ist vollständig kostenlos.
Nutzen Kinder die App selbst?
Nein. Said & Heard ist ein Werkzeug des Erwachsenen. Kinder nehmen am gemeinsamen Moment teil, indem sie sprechen, nicht am Bildschirm. Die App gibt Struktur und Fragen vor, und die Familie spricht miteinander.
Datenschutz
Sammelt ihr Daten über Kinder?
Nein. Wir sammeln keinerlei Daten über Kinder und speichern keine Antworten von Kindern. Wir nehmen auch kein Audio auf. Gespeichert werden nur das Konto des Erwachsenen, die durchgeführten Übungen und die eigenen beschreibenden Beobachtungen des Erwachsenen zum Moment.
Wo liegen meine Daten?
Die Daten werden bei Supabase in der EU-Region (Frankfurt) gespeichert. Der Zugriff ist durch Sicherheit auf Zeilenebene (RLS) so beschränkt, dass jeder Nutzer nur die eigenen Daten sieht.
Wer kann meine Daten sehen?
Nur du. Jeder Nutzer sieht ausschließlich die eigenen Daten. Du kannst dein Konto und alle deine Daten jederzeit direkt in der App löschen.
Erfüllt die App die DSGVO?
Ja. Datenminimierung ist der Ausgangspunkt des Designs, und du hast das Recht, deine Daten einzusehen, zu berichtigen, zu übertragen und zu löschen. Die Löschung erfordert keine Begründung und erfolgt ohne Verzögerung. Siehe Datenschutzhinweis.
Forschungsbasis
Worauf beruht Said & Heard?
Die Übung stützt sich auf mehrere etablierte Forschungslinien: sozial-emotionales Lernen von Kindern (SEL), elterliche Emotionssozialisation, das In-Worte-Fassen von Gefühlen (affect labeling), das Teilen positiver Erfahrungen (capitalization) und vorhersehbare Familienroutinen. Dokumentierte Ausgangspunkte des Designs sind Martin Seligmans What Went Well, Banduras Selbstwirksamkeitstheorie und Vygotskis Idee einer äußeren Stimme, die zur inneren wird.
Wurde die Wirksamkeit genau dieser Übung untersucht?
Noch nicht. Die einzelnen Mechanismen, die sie nutzt, sind gut erforscht, aber die Wirksamkeit dieser gesprochenen Familienreflexion mit vier Fragen wurde als solche nicht untersucht. Wir behaupten daher nicht, dass es sich um eine nachweislich wirksame Intervention handelt, und planen eine eigene Pilotstudie.
Was sagt die Forschung über das Benennen von Gefühlen?
Gefühle in Worte zu fassen (affect labeling) wirkt als Emotionsregulation: Bei Erwachsenen ist es mit verringerter Amygdala-Aktivität über einen präfrontalen Regulationspfad verbunden. Bei Kindern ist eine stärkere Fähigkeit, Gefühle zu benennen, mit besserer Emotionsregulation verbunden. Das ist Mechanismus-Evidenz, kein direkter Nachweis für diese App.
Warum laut aussprechen statt schreiben?
Lautes Aussprechen bringt drei Dinge, die Schreiben allein nicht bringt: Die sprechende Person hört sich selbst, die anderen hören es, und es kann darauf geantwortet werden. Wörter laut zu produzieren verbessert das Erinnern, und der größte Mehrwert entsteht durch Interaktion und Gehörtwerden.
Warum eine gemeinsame Familienroutine?
Vorhersehbare Familienroutinen sind in einem breiten Forschungskorpus mit positiver kindlicher Entwicklung und gutem Familienfunktionieren verbunden und wirken besonders unter Belastung schützend. Die Evidenz ist assoziativ: Wir behaupten nicht, dass jede neue Routine Wohlbefinden erzeugt, aber ein vorhersehbarer gemeinsamer Moment ist wissenschaftlich gut begründet.
Warum antwortet auch der Erwachsene?
Die eigene Teilnahme des Erwachsenen ist wissenschaftlich begründet: Kinder lernen emotionale Fähigkeiten, indem sie sehen, wie ein Erwachsener die eigenen Gefühle erkennt und benennt. Der Erwachsene ist kein Bewerter, sondern modelliert die Fähigkeit und übt sie selbst.
Wie wird der Moment bewertet?
Wir verwenden weder Sterne noch Fünf-Punkte-Skalen noch erfundene Gesamtwerte. Der Erwachsene kann den Moment auf Wunsch mit einem semantischen Differential bewerten, also auf einer Sieben-Punkte-Skala zwischen Adjektivpolen wählen (zum Beispiel angespannt und warm, distanziert und nah, schwer und leicht), plus ein Sieben-Punkte-Vergleich mit der vergangenen Woche. Das ergibt einen feinen, konsistenten Anker über die Zeit, im Einklang mit unseren Prinzipien verantwortungsvollen Messens.
Funktioniert das in einer Familie, die sich von Gewalt erholt?
Die App kann vorhersehbare Alltagsroutinen, die Präsenz des Erwachsenen und positive Interaktion auch in belasteten Familien unterstützen. Sie ist keine Traumabehandlung und ersetzt keine professionelle Hilfe. Ist die Sicherheit der Familie bedroht, raten wir, angemessene Hilfe zu suchen.
Was verspricht die App nicht?
Said & Heard ist keine Therapie, kein Krisendienst und keine Traumabehandlung. Sie behauptet nicht, Trauma zu behandeln, Depression oder Angst vorzubeugen, das Selbstwertgefühl zu steigern, die Familiendynamik zu reparieren oder bei der Erholung von Partnerschaftsgewalt zu helfen. Wir können beschreiben, was sie tut: Sie führt durch einen gemeinsamen Moment, hilft Gefühle zu benennen und unterstützt das Teilen positiver Erfahrungen.
Nutzung
Wie lange dauert ein Moment?
In der Regel 5 bis 15 Minuten, je nach Familiengröße und Gespräch. Die Routine Wichtige Dinge dauert unter einer Minute pro Kind.
Was, wenn ein Kind nicht mitmachen will?
Mitmachen ist eine Einladung, keine Pflicht. Ein Kind darf zuhören, ohne zu antworten. Zuhören ist auch Teilnahme.
Funktioniert sie ohne App-Store?
Ja. Said & Heard funktioniert als installierbare Browser-App (PWA) und ist außerdem bei Google Play für Android erhältlich.